MapleStory Europe
 


Die Welt von „MapleStory Europe“ steckt voller Überraschungen. An jeder Ecke lauern gefährliche Monster, in den Städten brauchen die Bewohner ständig Hilfe und mittendrin tummeln sich Hunderte eifriger Monsterjäger und Itemsammler. Sie behaupten sich stundenlang einzeln oder in Gruppen gegen gehörnte Pilze, aufgebrachte Schleifenschweine und grummelnde Baumstämme.

„MapleStory Europe“ kommt ursprünglich aus Korea und wurde von Nexon entwickelt - einer Firma, die sich auf Massively Multiplayer Online Games (MMOG) verschiedenster Art spezialisiert hat. Ihr Überraschungserfolg „MapleStory“ ging bereits 2003 in Südkorea an den Start, eroberte dann Asien und die USA im Sturm und begeistert weltweit inzwischen mehr als 67 Millionen registrierte User. Seit Mai dieses Jahres können auch europäische Gamer die Welt von Maple erkunden.

Bei „MapleStory“ handelt es sich um ein Online-RPG mit ausgefallenen Jump’n’Run-Elementen in 2D-Optik und dreidimensional gestalteten Hintergründen. Ein direktes Ziel gibt es nicht. Vielmehr baut der Spieler seine Charaktere in vielen Stunden auf, indem er Monster besiegt und Quests erfüllt. Dadurch sammelt er Erfahrungspunkte und steigt Level um Level auf, um dann neue Kleidung, Waffen und Fähigkeiten benutzen zu können. Diese kauft er sich in den entsprechenden Shops oder von anderen Usern auf dem Flohmarkt mit Mesos, der Maple-Währung.

Die Software des Onlinerollenspiels steht zum kostenlosen Download bereit und ist in fünf verschiedenen Sprachen erhältlich: Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Niederländisch. Ebenso stehen in diesen Sprachen eigene Server zur Verfügung, auf denen gespielt werden kann – auch ohne perfekt englisch sprechen zu können. Die Lokalisierung der deutschen Bildschirmtexte ist allerdings nicht immer gelungen, auch wenn das Verständnis dadurch nicht beeinträchtigt wird. Die Systemanforderungen sind moderat, so dass auch Leute ohne den aktuellsten PC oder die schnellste Internetverbindung am Spiel teilnehmen können.

 

Wer sich einmal auf www.mapleeurope.com registriert hat, kann als Mapler offiziell loslegen und im Spiel bis zu drei Charaktere nach eigenen Wünschen erstellen. Die Auswahl an Frisuren, Kleidung und Waffen ist zwar am Anfang noch recht eingeschränkt, aber ausreichend, um das Training auf der ersten Insel zu bestehen. Dort lernt man alle Eigenheiten des Spiels kennen, bekämpft erste kleine Monster, sammelt erste Items und löst erste Quests.

Danach reist man nach Victoria Island, wo es sechs verschiedene Städte gibt, die man neu entdecken kann. In jedem Ort halten verschiedene Shops neue Items bereit und Charaktere warten auf Hilfe. Außerdem entscheidet man sich für einen von vier Berufszweigen und stattet sich dementsprechend aus. Hat man den Weg des Magiers, Diebs, Kriegers oder Bogenschützen gewählt, stehen neue Quests bereit. Meist muss man dafür bestimmte Items sammeln oder diese von einem Ort zum anderen bringen. Das ist zwar nicht immer abwechslungsreich, aber immerhin ein guter Weg, um Level für Level aufzusteigen und besondere Belohnungen zu erhalten. Erreicht man ein bestimmes Level, lohnt sich der Weg zur nächsten Insel. „MapleStory Europe“ kann grafisch zwar kaum mit anderen Genrevertretern mithalten, bietet aber dennoch einen enormen Umfang an Items, unterschiedlichen Orten und Quests, die man dem Spiel auf den ersten Blick gar nicht zutrauen würde. Somit zieht es sowohl alteingesessene Online-Gamer als auch Neueinsteiger in seinen Bann, die sich dank des einfachen Gameplays schnell in der Welt von Maple zurechtfinden. Denn hier geht es weniger um epische Schlachten als vielmehr darum, immer wieder neue Items zu ergattern, Quests zu lösen und mit anderen zusammen zu spielen.

Mapler kämpfen nämlich nie gegeneinander, sondern immer nur gegen die Monster. Dabei können Spieler die meisten Quests allein lösen, doch schneller und einfacher klappt das in einer Gruppe. Wer sich einer Party anschließt oder sogar mit fünf Freunden eine Gilde eröffnet, sammelt schneller Items, Erfahrungspunkte und löst schneller umfangreiche Quests. Um sich abzusprechen, unterhalten sich Mapler per Chatfunktion. Sie können außerdem miteinander handeln oder sich gegenseitig auf Freundeslisten setzen.

Bleibt die Frage, wie „MapleStory Europe“ finanziert wird, wenn es keine monatlichen Gebühren gibt und das Spiel grundsätzlich kostenlos zur Verfügung steht. Nexon hat das einfach und großteils fair gelöst. Im Spiel selbst kauft man mit Mesos Kleidung, Waffen und Items. Zusätzlich gibt es aber auch noch den Cash-Shop, in dem mit echtem Geld bezahlt wird. Dazu wird das eigene „MapleStory“-Konto auf der Website des Spiels aufgeladen und in Nexon Cash umgewandelt. Mit dieser Währung können Spieler im Cash Shop besondere Items erwerben.

Dazu zählen vorrangig unzählige verrückte Kleidungsstücke, die im Spiel über der regulären Kleidung getragen werden können, dabei aber keine Auswirkungen auf die Fähigkeiten des Charakters haben. Ebenso kann man Coupons kaufen, mit denen Frisur, Haar- oder Hautfarbe verändert werden können. Außerdem gibt es Haustiere, die mit dem Charakter mitlaufen und mithilfe weiterer Items Gegenstände oder Geld aufsammeln können. Und nicht zuletzt können Spieler gegen bares Geld die Fähigkeitswerte ihres Charakters zurücksetzen und neu verteilen oder eine Ladenlizenz erwerben, mit der sie auf dem Flohmarkt einen eigenen Stand aufmachen können.

Der Cash-Shop dient somit vorrangig dazu, das Aussehen des eigenen Charakters weiter zu individualisieren. Alle Cash-Items werden allerdings leider nur für eine begrenzte Zeit, meist 90 Tage, erworben und sind dafür recht teuer, aber dafür bleibt jedem Spieler überlassen, ob er Geld investieren möchte oder nicht. Der Umfang der Items wird fortlaufend erweitert und man darf gespannt sein, ob die europäischen Mapler bald so ein riesiges Cash-Shop-Angebot haben werden wie die US-amerikanischen und asiatischen Spieler.

 

Fazit: In dem liebevoll gestalteten „MapleStory Europe“ steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Umfangreiche Items, einfaches Gameplay und abwechslungsreiche Gegner und Orte lassen Spielstunde um Spielstunde vergehen. Der großteils fair gestaltete Cash Shop überlässt dem Spieler, ob er bares Geld in seine Maple-Geschichte stecken möchte.